Die Funktionsanalyse und die Myomonitortherapie mit speziellen Geräten und Instrumenten sind neue Methoden in der Zahnmedizin. Wir wenden sie an zur Befunderhebung, Behandlungs-vorbereitung, z.B. vor der Herstellung von Keramik- oder Goldgußfüllungen, Kronen, Brücken oder Prothesen und zur Therapiekontrolle, nachdem derartiger Zahnersatz eingegliedert wurde.
Diese Verfahren dienen zur Erfassung individueller Daten der Bewegunsabläufe im Kiefergelenk- und im Kausystem. Denn die alleinige Betrachtung nur eines oder mehrerer Zähne ohne Berück-sichtigung der Funktionsweise der Kaumuskulatur und der Bewegungen der Kiefergelenke würde der Individualität des Patienten nicht gerecht werden. Wesentliche Voraussetzungen für die Herstellung von Zahnersatz würden unberücksichtigt bleiben.
Außerdem kann mit diesen Methoden eventuellen Belastungsschäden an Zähnen, Zahnhalte-apperat und Kiefergelenken(das bekannte Kiefergelenkknacken), sowie Verspannungen im Bereich der Hals-, Nacken- und Rückenmuskulatur vorgebeugt werden.
Liegen bereits Schäden im Kiefergelenkbereich, Muskel- oder Gesichtsschmerzen oder streßbedingte Verspannungen, z.B. durch Zähneknirschen oder Zähnepressen, vor, so können mittels Funktionsanalyse, die Ursachen dieser Beschwerden gefunden und entsprechende individuelle Therapieschritte u.a. mit einer sog. „Knirscherschiene“ eingleitet werden.
Bei welchen anderen Beschwerdebildern können diese Methode helfen, die Auslöser für die Erkrankung herauszufinden um die richtigen Gegenmaßnahmen einzuleiten?
Zum Beispiel bei:
Die Verkrampfung der Kaumuskulatur muß vom Patienten noch nicht einmal bewußt bemerkt werden. Sie stellt sich aber automatisch ein, wenn Zähne verloren gehen und nicht ersetzt werden, wenn der Zahnersatz nicht bei entspannter Muskulatur angepaßt wird, wenn Zähne wandern oder kippen, oder wenn alte Fehler bei der Herstellung von "neuen Zähnen" nicht erkannt und behoben werden. Auch das streßbedingte Zähneknirschen und das Zähnepressen führen zu solch einer Überlastung der Kaumuskulatur.
Wird der Unterkiefer einmal in einer "Schieflage" zum Oberkiefer fixiert, so verändert sich die Spannung oder Dehnung der gesamten Kau- und Hilfskaumuskulatur von Hals und Nacken bis in den Rücken hinein, ja bis hinunter zu den Muskeln, die die Lage des Beckens stabilisieren. Folge kann dann ein Beckenschiefstand mit scheinbar unterschiedlicher Beinlänge sein! Diese Symptomatik ist immer häufiger anzutrefen, wird aber bis heute leider zu selten mit dem Zahn-Kiefer-System in Verbindung gebracht.
Bisher standen dazu noch nicht die richtigen diagnostischen und therapeutischen Methoden zur Verfügung, die eine optimale Muskelentspannung im Kieferbereich herbeiführen konnten. In unserer Praxis wird die zur Zeit wohl neueste Methode zur Entspannung der Kaumuskulatur angwandt, die der zuvor geschilderten Problematik gerecht wird: das ist die Elektronische Muskelentspannungstherapie mit dem
Diese Entspannung wird schmerzlos durch computergesteuerte elektrische Impulse von bestimmter Stärke an den Kaumuskeln vorgenommen. Die Übertragung der schmerzlosen Ströme geschieht über kleine auf die Kaumuskeln geklebte Elektroden. Die Muskulatur wird in beiden Gesichtshälften gleichermaßen entspannt. Nun können unter objektiv gleichmäßigen Bedingungen die genauen individuellen Daten des Kausystem ermittelt werden, das sind: individueller Abstand zwischen Ober- und Unterkiefer, individuelle harmonische Position des Unterkiefers zum Oberkiefer in seiner horizontalen Lagebeziehung und individuelle Position der Kiefergelenke in der Gelenkpfanne.
Nach der Entspannung mit dem MYOMONITOR wird unter Berücksichtigung der o.a. Daten der "Biß" genommen, der eine genaue Analyse der Patientenmodelle erlaubt. Beispielsweise lassen sich nun Länge und Form der Zahnkronen zur Anfertigung von Zahnersatz exakt bestimmen. Oder es kann z.B. eine sog. Aufbißschiene für die Zähne aus klarsichtigem Kunststoff angefertigt werden, die vom Patienten - vor allem bei sog. "Knirschern" - tags und nachts getragen werden muß. Diese Schiene hilft die Muskulatur zu entspannen und in ihrem entspannten Zustand zu halten. Leidet der Patient z.B. an Rückenschmerzen können nun Therapien wie Kranken-gymnastik o.ä. angeschlossen werden. Auch Wärmetherapie der betroffenen Muskeln ist empfehlenswert.
Diese beschriebenen funktionsanalytischen Maßnahmen sind sehr zeitaufwendig und müssen mit speziellen Instrumenten, Apparaturen und Geräten vorgenommen werden. Sie werden von den gesetzlichen Krankenkassen (AOIK, BEK usw.) nicht erstattet. Die privaten Krankenkassen und Beihilfestellen leisten in der Regel Kostenerstattung; eine vorherige Zusage sollte jedoch vor Behandlungsbeginn eingeholt werden.
Weitere Fragen beantworten wir Ihnen gerne!
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